Lebendfutter

Anhand der natürlichen Evolution ist es das "Material", was aufgrund der Körperzusammensetzung sowohl den geeigneten Nährwert, als auch wichtige Substanzen für den Verdauungskanal liefert. Ballaststoffe, die die Beutetiere zuvor gefressen haben, enthalten sogar lebendnotwendige Enzyme (biologische Hilfssubstanzen). Und für all das sorgt die Natur mit der natürlichen Abstimmung durch die Nahrungskette.

Ein enormer Vorteil des Lebendfutters gegenüber anderer Futterformen: Es bewegt sich! Ein natürliches Jagdverhalten schärft die Sinne, lässt den Diskus "aufblühen" und fördert das Bewegungsverhalten. All das ist für eine artgerechte Haltung und Pflege überaus wichtig! Auch für die Eingewöhnungsphase neuer Tiere eignet sich Lebendfutter ausgezeichnet, so zum Beispiel Wasserflöhe (Daphnia magnu oder Daphnia pulex).

Vom "wilden" einfangen der begehrten Tierchen kann man jedoch nur abraten. Selbst die Entnahme aus öffentlichen Gewässern stellt ein Diebstahl dar! Einige Arten fallen des weiteren unter das Fischereirecht, da sie rechtlich als - bitte nicht lachen - Fische eingestuft werden! Außerdem ist die Gefahr immens hoch, sich mit der lebenden Nahrung Krankheiten ins häusliche Aquarium einzuschleppen! Auch wenn die Futtertiere nicht erkrankt sind, kann man Viren, Bakterien und Keime auf ihnen finden, die sie als Überträger weitergeben können. 

Wer nicht auf das Selberfangen verzichten möchte, sollte unbedingt und nur unter Beachtung der rechtlichen Vorgaben, aus fischfreien  (Klein- und Kleinst-) Gewässern schöpfen. Andere Maßnahmen sind hierbei jedoch empfehlenswerter!

Lebendfutter aus dem Fachhandel

Auch hierbei kann man leider nicht ganz sicher sein, was die hygienische Unbedenklichkeit betrifft. Eine letztendliche  Garantie für die Herkunft aus fischfreien Gewässern gibt es kaum.  Diese Variante ist dadurch, dass das Fanggebiet meist weit entfernt ist und das Lebendfutter auf dem Transportweg gekühlt und isoliert werden muss, recht teuer. Wenn man diese Form wählt, sollte man unbedingt darauf achten, dass das Lebendfutter sofort nach Erhalt des Handels erworben und weiterverfüttert wird. Durch eine längere Lagerzeit verbunden mit den unumgänglichen Lieferwegen, sinkt der Futterwert. Keime und Pilze sind in der Lage sich zu vermehren und führen zu Nachteilen.

Futtertierzuchten

Sofern das gezüchtete Lebendfutter nicht ausschließlich als Ballaststoff oder Anregung (durch Zappeln) dienen soll, gilt:

Die zu verfütternden Lebewesen müssen gut und artgerecht gehalten werden!

Futtertierzuchten die sich auf das Wesentliche beschränken, sind zu bevorzugen, wie z.B. Enchyträen. Optimal ernährt tragen diese dazu bei die Diskus nährstoffreich und gesund zu versorgen. Auch die Möglichkeit Vitamine und/oder andere Wirkstoffe über die Nahrungskette zu verabreichen ist hierbei sehr erfolgreich. Es empfiehlt sich 1-2 lebende Enchyträen-Kulturen vorrätig zu haben, welche außerordentlich leicht zu züchten sind.