Die Wasseraufbereitung

 

Für die Pflege und Zucht der Diskusfische ist eine ausreichende Kenntnis über die Wasseraufbereitung unabdingbar. Im natürlichen Lebensraum bietet sich dem Diskus ein Wasser mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,8, welches nur eine sehr geringe Leitfähigkeit besitzt, ähnlich käuflichem enthärtetes Wasser oder auch Regenwasser. Es ist nicht unbedingt nötig, diesen natürlichen Zustand zu kopieren. Vielmehr sind Diskus anpassungsfähig und durchaus in der Lage in härterem Wasser lebensfähig und gesund zu bleiben und sich unter Umständen auch fortzupflanzen. Was wiederum nicht bedeutet, dass der Diskus in jedem beliebigen Wasser lebensfähig ist. Zumal die Wasserwerte von Ort zu Ort stark variieren. Somit muss man sagen, dass in Mitteleuropa die Wasserwerte wahrscheinlich eher wenig geeignet sind und eine Aufbereitung unumgänglich sein wird.

Hierzu einige Möglichkeiten:

  • Regenwasser

  • Aquarientorf

  • Ionenaustauscherharze

  • Umkehrosmose

 

Regenwasser

Sehr aufwendig und daher eher ungeeignet. Unaufbereitetes Regenwasser enthält sehr viele Giftstoffe, die sich für Diskusfische sogar als tödlich erweisen können. Diese Giftstoffe durch Staub, industrielle und andere Luftverunreinigungen müssen über besondere Austauscherharze oder Aktivkohle gefiltert werden, um die gelösten Schadstoffe zu entfernen. Außerdem muss dem "toten" Regenwasser organische Stoffe, wie zum Beispiel Kolloide, Chelate und Huminsäure hinzugefügt werden, um es für die Diskusfische biologisch geeignet zu machen. Dennoch ist der Erfolg bei all dieser Arbeit sehr unsicher.

Aquarientorf

Der Torf kann sowohl die Wasserhärte herabsetzen, als auch das Wasser ansäuern. Aquarientorf kann in einem Motorfilter als Hauptfilter verwendet oder in einen Vorratstank eingebracht werden. Torf ist vor allem dort ein ausgezeichnetes Filtermaterial, wo die Karbonathärte nur geringfügig geändert werden muss. Im Allgemeinen wird Torf heute nicht mehr zur Wasserenthärtung benutzt, sondern vielmehr zur Ansäuerung des Wassers verwendet.

Ionenaustauscherharze

Hierbei ist äußerste Vorsicht angebracht. Ein falsch enthärtetes Wasser kann für die Fische schädlicher sein als ungeeignetes Rohwasser. Ionenaustauscherharze, bestehend aus besonderen Kunstharzen, werden in Form von festen und unlöslichen Kügelchen oder Perlen angeboten. Unterschieden wird in Kationen- und Aniodenaustauscher. Der Austausch findet immer nur mit Ionen gleicher Ladung statt, sobald das Wasser (andere Lösungen) durch die Harze fließt. Die Harze besitzen nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit und müssen regeneriert werden für ihre Wiederverwendung.

Nicht jedes Austauscherharz ist zur Aufbereitung geeignet. Die Harze reagieren unterschiedlich auf Verunreinigungen und organische Stoffe und sind unterschiedlich wirksam von schwach bis stark. Unbedingt nur erprobte Typen von Harzen verwenden!

Angeboten werden unter anderem auch einmal verwendbare Ionenaustauscher. Diese enthalten An- und Kationenaustauscherharze. Als Ergebnis erhält man mineralarmes Wasser mit schwach saurem pH-Wert. Doch Vorsicht! Vor Gebrauch stets auf Härte und pH-Wert testen!!

Die Umkehrosmose

Mit dieser Methode ist es möglich, mit sehr geringem Aufwand Wasser jeder gewünschten Härte herzustellen. Das Wasser durchfließt eine Membran aus Zelluloseacetat, Zellulosetriacetat oder Polyamiden, welche entweder spiralig gewunden ist oder aus Hohlfasern besteht. Das Reinwasser beinhaltet immer noch einen geringen Gehalt an Salzen und weist einen durchschnittlichen pH-Wert von etwa 6 auf.

Umkehrosmosegeräte müssen alle 24 Stunden rückgespült werden. Mittlerweile gibt es automatische Spülgeräte, die alle 60 Minuten das Spülventil für ca. 30 sec. öffnen. Somit kann das manuelle Rückspülen entfallen. Das Osmosegerät kann durchgängig betrieben werden und die Lebensdauer der Membran verlängert sich dadurch erheblich.